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Titelbild Sophia's Last Ambulance
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Bulgarien ist der ärmste und umstrittenste Mitgliedsstaat in der Europäischen Union. Finanzielle Unterstützung durch die EU bleibt weitestgehend wirkungslos, während die skrupellose und mächtige Mafia den Staatshaushalt absorbiert. Eines der tragischsten Opfer ist das öffentliche Gesundheitswesen, das sich nirgendwo so deutlich abzeichnet wie bei den Rettungsdiensten. Die Bevölkerung der Hauptstadt Sofia umfasst zwei Millionen Menschen. Vor 20 Jahren standen für die mobile medizinische Versorgung der Bevölkerung noch rund 140 Ambulanzen zur Verfügung. Heute sind es gerade einmal noch 13 Stück!

Wer in Sofia in eine Notsituation kommt, der braucht in erster Linie einmal Glück, um in der Funkzentrale überhaupt zeitnah jemanden zu erreichen. Diese ist durchaus zeitweise bis zu 30 Minuten überhaupt nicht erreichbar. Bis ein Krankenwagen am Einsatzort eintrifft können oftmals bis zu fünf Stunden vergehen! Teilweise erreichen die Krankenwagen ihren Zielort auch überhaupt nicht, weil an den Häusern keine Hausnummern angebracht sind, oder die Funkzentrale wieder einmal nicht besetzt ist.

Rettungswagen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia

Die Besatzungen der Rettungsfahrzeuge arbeiten in Doppelschichten und hetzen ohne Pause von Notfall zu Notfall. Oftmals kommen sie zu spät, weil die Patienten in der Zwischenzeit bereits verstorben sind. Aber sie geben Tag für Tag auf’s Neue alles was sie haben. Sie kämpfen täglich gegen das marode Gesundheitssystem, Korruption und eine Flut von Absurditäten, obwohl sie dabei selbst kaum genug Geld zum Leben verdienen.

 

Vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilm

Plakat zum Film "Sofia's Last Ambulance"

Der Regisseur Ilian Metev begleitete über einen Zeitraum von zwei Jahren ein Team des Bulgarischen Rettungsdienstes und veröffentlichte das, was die Kamera in diesem Zeitraum eingefangen hatte, 2012 in einem 75-minütigen Dokumentarfilm mit dem Namen „Sofia’s Last Ambulance“. Dieser wurde in der Zwischenzeit bereits mit zahlreiche Preisen, wie beispielsweise dem Deutschen Dokumentarfilmpreis 2013, gekrönt.

Es handelt sich dabei nicht um einen aufbereiteten oder nachbearbeiteten Film, der Helden und dramatische Verletzungen zeigt. Es ist vielmehr eine hoffnungslos anmutende Fahrt durch Bulgariens Hauptstadt mit immer neuen Stationen, die nicht nur das Elend des Gesundheitssystems, sondern das Leiden eines ganzen Landes offenbart.

Eine Kamera ist an der Frontscheibe des Rettungswagens montiert, eine weitere filmt abwechselnd die drei Protagonisten. Die Patienten der Ambulanz werden kein einziges Mal gezeigt. Auch werden die Retter vom Regisseur nicht in ihr Privatleben begleitet. Nur selten verlässt die Kamera überhaupt das Fahrzeug.

Der Film erreicht auch unkommentiert genau das, was er erreichen möchte!

 

Drei Menschen, die außergewöhnliches leisten

 

Rettungsarzt eines Bulgarischen Rettungswagen

Foto: W-Film / Ilian Metev

Der Rettungsarzt

Krassimir Yordanov ist 50 Jahre alt und bereits seit 25 Jahren für den Notfalldienst der bulgarischen Hauptstadt im Dienst. Zusammen mit Krankenschwester Mila ist er als einer der wenigen verbliebenen Reanimationsärzte für die schwierigsten Fälle zuständig. Stets mit ihm im Einsatz ist eine Tasche mit Medikamenten und Instrumenten, die er mit eigenem Geld besorgt hat – und das bei einem staatlichen Grundgehalt von gerade einmal 350 Euro pro Monat. Über viele Jahre reparierte ‚Krassi‘ neben seiner Arbeit als Rettungsarzt deshalb noch alte Skodas. Heute kompensiert er das mickrige Gehalt mit zahllosen Extraschichten.

 

 

Krankenschwester eines Bulgarischen Rettungswagen

Foto: W-Film / Ilian Metev

 Die Krankenschwester

Mila Mikhailova ist 38 Jahre alt und eine der wenigen Krankenschwestern die Sofias Notfalldienst noch geblieben sind. Früher arbeitete sie im Krankenhaus, dort wuchsen ihr die Patienten oft zu sehr ans Herz. Als Krankenschwester auf Rädern sorgt sie sich jetzt auf den holprigen Straßen der Zweimillionenstadt um ihre Patienten, mit einer Mischung aus Zuneigung und Durchsetzungskraft, Mitgefühl und Humor. Extraschichten sind auch für Mila das einzige Mittel das schlechte Gehalt aufzupolieren. Da bleibt viel zu wenig Zeit für ihre eigene Tochter, die allem zum Trotz selbst Krankenschwester werden will, so wie ihre Mutter und vor ihr auch schon die Mutter von Mila.

 

 

Rettungsfahrer eines Bulgarischen Rettungswagen

Foto: W-Film / Ilian Metev

Der Rettungsfahrer

Plamen Slavkov ist 34 Jahre alt und fährt nicht nur den Krankenwagen kreuz und quer durch Sofia. Um genug zu verdienen tut er das auch als Taxifahrer – nur einer seiner Nebenjobs. Eigentlich arbeitet er ununterbrochen, da er nicht nur seine Frau und seinen Sohn versorgt, sondern zusätzlich auch mehrere Verwandte. Regelmäßig ist er auch als Frisör im Einsatz und in dieser Funktion für den Haarschnitt mehrerer Kollegen verantwortlich.

 

 

Trailer zum Film

 

 

Ein weiterer, etwas längerer Trailer ist leider nur in englischer Sprache verfügbar:


Sofia’s Last Ambulance – SFIFF56 Trailer from San Francisco Film Society on Vimeo.
 

 

Film in voller Länge ansehen/kaufen

 

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Sofia's Last Ambulance, 5.0 out of 5 based on 4 ratings

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